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Meerschweinchenlähme

Die Meerschweinchenlähme ist eine vermutlich infektiös bedingte Entzündung des Rückenmarks, der Hirnhäute und des Gehirns die mit Lähmungserscheinungen einhergeht. Die Ansteckung erfolgt oral oder bereits über den Mutterleib. Die Inkubationszeit beträgt etwa 9 bis 23 Tage. Erste Symptome dieser Erkrankung könen Atemnot, Fressunlust, Verschlechterung des Allgemeinzustandes, erhöhte Temperatur, struppiges Fell, eine gekauerte Haltung sowie Zuckungen der Schulter-, Hals- und Rückenmuskeln sein. Im weiteren Verlauf baut der Spannungszustand der Muskeln immer weiter ab und es treten Lähmungen insbesondere der Hinterläufe ein. Eine Behandlung ist leider nicht möglich. Der Tod tritt meistens innerhalb von 2 bis 10 Tagen ein. Es wird daher angeraten alle erkrankten Tier einschläfern zu lassen

 

 

 

Milben

Einen Milbenbefall erkennt man daran, wenn sich das Meerschweinchen auffallend oft kratzt und somit kahle Stellen im Fell entstehen. Die Haut wird schuppig und es lösen sich oft ganze Haarbüschel. Meist befallene Stellen sind der Rücken, Nase, Ohren und die Augenlider. Einige Milbenarten bohren sich direkt in die Haut während andere sich an der Haut und am Fell festklammern. Ursachen für einen Milbenbefall ist meist verdorbenes Heu, ein geschwächtes Immunsystem und Stress, falsche Fütterung und Haltung können einen Befall begünstigen. Milben sind für andere Meerschweinchen in der Gruppe ansteckend, ein rascher Tierarztbesuch ist deshalb sehr ratsam bei dem man am besten gleich alle Tiere mitbehandeln lässt. Die gängigsten Milbenarten die unsere Meerschweinchen befallen sind die Raubmilbe, die Räude- oder auch Grabmilbe, die Haarbalgmilbe und die Pelzmilbe.

 

 

 

Meerschweinchenpest

Die Meerschweinchenpest, oder auch Meerschweinchenseuche genannt, ist eine durch einen Virus verursachte Infektion, welcher bislang noch nicht identifiziert werden konnte. Symptome einer Erkrankung können Abmagerung, starkes Zittern, Fressunlust, Atemnot, gesträubtes Fell (besonders am Kopf) und Krämpfe der Bein- und Nackenmuskeln sein. Lähmungen der Hinterbeine zeigen sich im Gegensatz zur Meerschweinchenlähme keine. Eine Übertragung erfolgt über andere infizierte Tiere oder über deren Kot- und Urinausscheidungen. Indirekter Kontakt ist ebenfalls möglich, wobei auch der Besitzer z.B. durch seine kontaminierten Hände Übertäger sein kann. Die Inkubationszeit beträgt etwa 2 bis 17 Tage. Eine Heilung dieser Krankheit ist leider nicht möglich. Der Tod tritt meist nach wenigen Tagen ein. Es wird somit angeraten, alle infizierten Tiere einschläfern zu lassen.

 

 

 

Ohrenentzündung

Kratzt sich euer Meerschweinchen häufig an den Ohren und schüttelt vermehrt seinen Kopf dann könnte es womöglich an einer Ohrenentzündung erkrankt sein. Auch eine Kopfschiefhaltung, Talg, schmieriges Sekret und Krusten in den Gehörgängen können Anzeichen solch einer Entzündung sein. Die häufigsten Ursachen sind Bakterien, Milben, Pilze oder Ohrmilben. Der Gehörgang sollte vor einer Behandlung vorsichtig, am besten mit einem Wattestäbchen, gereinigt werden. Stellt euer Meerschweinchen am besten gleich einem Tierarzt vor damit er euch mit den entsprechenden Salben oder Spot-On´s für die Behandlung versorgen kann.

 

 

 

Osteodystrophie/Satinkrankheit

Die Osteodystrophie, oder auch Satinkrankheit, ist eine Skeletterkrankung bei der den Knochen Kalzium entzogen wird, die Knochengrundsubstanz abgebaut und durch instabileres Bindegewebe ersetzt wird und somit zu einer Instabilität des Skelettes führt. Betroffen sind vor allem Kiefer- und/oder die Oberschenkelknochen. Diese Erkrankung ist vermutlich genetisch bedingt und kommt gehäuft bei Satinmeerschweinchen vor. Symptome sind Haltungsstörungen (Abspreizen der Beine im Liegen), Bewegungsstörungen (hoppelnder Gang, abwechselndes Belasten, bis hin zur vollständigen Bewegungsunfähigkeit), Schwierigkeiten bei der Futteraufnahme und später Abmagerung. Der Verlauf dieser Krankheit kann sehr variabel sein. Bei manchen Tieren sind bereits im Alter von 10 bis 12 Monaten so hochgradige Krankheitserscheinungen ausgebildet, dass sie eingeschläfert werden müssen. Bei anderen Tieren schreitet die Knochenentkalkung so langsam voran, dass sie trotz röntgenologisch nachgewiesen ein normales Altr erreichen können ohne jemals Symptome gezeigt zu haben. Eine Behandlung der Satinkrankheit ist leider nicht möglich, so dass in fortgeschrittenem Stadium eine Einschläferung angeraten wird um dem Tier starkes Leid zu ersparen.

 

 

 

Pilze/Hautpilze

Hautpilze zählen zu den Zoonosen und sind somit auch für den Menschen ansteckend wodurch eine starke Hygiene von oberstert Priorität sein sollte. Symptome sind extremes Kratzen, schuppig und stark gerötete Haut und kreisrunde bis ovale kahle Stellen im Fell. Die Meerschweinchen sind sehr angespannt und nervös und magern sichtlich ab. Durch den starken Juckreiz kann es zu epilepsieähnlichen Anfällen kommen. Da dieses Krankheitsbild sehr dem des Parasitenbefalls ähnelt, ist eine genaue Diagnostik eines Tierarztes unumgänglich.

 

 

 

Pseudotuberkulose/Rodentiose

Die Pseudotuberkulose, auch Rodentiose oder Nagertuberkulose genannt, ist eine bakterielle Infektionskrankheit die sich in einem chronischen oder akutem Krankheitsverlauf zeigt. Sie gehört zu den Zoonosen und kann somit auch für den Menschen gefährlich werden. Eine Übertragung findet meist durch den direkten Kontakt mit infizierten Tieren statt oder auch über die orale Aufnahme von kontaminiertem Futter, Wasser oder Ausscheidungen. Symptome beim chronischen Verlauf sind Durchfall, Appetitlosigkeit, gesträubtes Fell, eine zusammengekauerte Haltung, Lymphknotenentzündungen, starke Abmagerung sowie Lähmungserscheinungen. Neben Lymphknotenvergrößerungen bilden sich an sämtlichen Organen, vor allem im Darm, kleine Knoten die zunehmend größer werden (bis Haselnussgröße). Gefüllt sind diese Knoten/Herde mit einer rahmartigen, eitrigen Masse. Beim akuten Krankheitsverlauf zeigen sich Symptome einer Atemwegserkrankung wie Husten, Niesen oder Atemnot. Durch eine eintretende Septikämie (Gesamtinfektion des Organismus, die durch Toxine und/oder Bakterien im Blut verursacht wird) kann sie innerhalb von 2 Tagen zu einem raschen Tod führen. Da eine Behandlung mit Antibiotika meist nicht anschlägt und die Ansteckungsgefahr für Mensch und Tier sehr hoch ist, wird meist angeraten den kompletten Tierbestand einschläfern zu lassen. Vor einer Neubesetzung der Ställe muss eine peinlichst genaue Desinfektion und Säuberung aller gebrauchten Gegenstände stattfinden.

 

 

 

Rolllider

Bei den Meerschweinchen ist das Rolllid vererblich, daher sollten die Elterntiere die schonmal einen Wurf mit Rolllidern hatten nichtmehr zur Zucht eingesetzt werden. Beim Rolllid stülpen sich die Lider der Augen nach innen. Die Augenwimpern scheuern auf dem Augapfel und verursachen somit eine mechanische Reizung des Auges wodurch sich die Hornhaut milchig eintrüben kann. Dieses Erbleiden tritt in den ersten Lebenstagen auf, verschwindet aber bei manchen Babys auch wieder sehr schnell. Bei anderen Tieren kann es 7 bis 10 Tage dauern bis es dann in der Regel zu einer spontanen Ausheilung kommt. Um die Augen vor einer möglichen Infektion oder Entzündung zu schützen, sollte das Auge mehrmals täglich mit einer Augensalbe oder Augentropfen (wie z.B. Regepithel) behandelt werden.

 

 

 

RHD

Die RHD (Rabbit Haemorraghic Disease), auch Chinaseuche genannt, ist eine Viruserkrankung die ausschliesslich Kaninchen befällt und für diese meist tödliche Folgen hat. Ich möchte hier nur anmerken, dass Meerschweinchen für die Erreger von RHD nicht empfänglich sind und somit an ihr auch nicht erkranken können.

 

 

 

Speicheln

Bemerkt ihr bei eurem Schweinchen ein eingespeicheltes, nasses Kinn so kann dies mehrere Ursachen haben. Gründe dafür können unter anderem ein Hitzeschlag, Zahnfehlstellungen, Entzündungen im Rachen- und Maulraum, eine Trächtigkeitstoxikose, feststeckende Fremdkörper, eine Kehlkopflähmung oder ein Speicheldrüsenvirus sein. Zeigt das Meerschweinchen Probleme bei der Futteraufnahme, so muss die genaue Ursache so schnell wie nur möglich durch einen Tierarzt geklärt werden.

 

 

 

Toxoplasmose

Die Toxoplasmose ist eine häufig auftretende Infektionskrankheit beim Menschen. Sie zählt zu den Zoonosen und ist meldepflichtig!! Sie wird besonders von schwangeren Frauen gefürchtet da diese Infektion eine große Gefahr für die ungeborenen Kinder (Totgeburten, Missbildungen) darstellt. Hauptwirt für den Erreger sind Katzen und katzenartige Tiere, aber Meerschweinchen können sich dennoch durch verunreinigtes Futter, das den Kot infizierter Katzen enthält, durch Muttermilch oder diaplazentar (über die Plazenta auf die ungeborenen Babys) infizieren. Diese Oozyten können sehr lange Zeit in Gehirn, Augen, im Herzen und in der Muskulatur überleben. Symptome einer Erkrankung beim Meerschweinchen können Atemwegsprobleme, Durchfall, Lungenentzündung, Futterverweigerung, Flüssigkeitsansammlungen in Körperhöhlen (inklusive des Herzens), Totgeburten, Störungen des zentralen Nervensystems, Krämpfe, Lähmungen sowie der Tod sein. Für den Menschen stellen infizierte Meerschweinchen allerdings keinen Gefahr dar, auch wenn die Toxoplasmose zu den Zoonosen gehört.

 

 

 

Tyzzer´s Disease

Die Tyzzer´s Disease, auch Tyzzersche Krankheit oder kurz Tyzzer genannt, wird durch das Bakterium "Clostridium piliforme" verursacht. Den Namen bekam diese Krankheit durch Edward Tyzzer, der dieses Bakterium erstmals entdeckt und klassifiziert hat. Das Bakterium hat ein weites Wirtsspektrum, es befällt unter anderem Mäuse, Hamster, Ratten, Kaninchen, Wildnager oder Labornagetiere. Gefördert wird diese Krankheit vor allem durch unsaubere Haltung und Stressfaktoren. Der Erreger wird durch die Aufnahme sporenhaltiger Ausscheidungen infizierter Tiere übertragen. Symptome können Apathie, Abmagerung, eine gekrümmte Sitzhaltung, Darmentzündungen mit Durchfall, Fressunlust sowie, besonders bei Jungtieren, ein plötzlicher Tod ohne vorherige Symptome sein. Die Erkrankung halt lange Zeit als unbehandelbar doch können mittlerweile Antibiotikabehandlungen probiert werden. Die Diagnose wird meist lichtmikroskopisch oder duch die Obduktion der Leber infizierter Tiere erstellt.

 

 

 

Urinfarbe

Eine normale Farbe des Urins ist gelb und klar. Sie wird heller je höher die Flüssigkeitszufuhr ist und wird dunkler je stärker der Urin konzentriert ist. Dunkler, stark konzentrierter Urin könnte ein Hinweis auf eine Erkrankung oder von Flüssigkeitsmangel sein. Ist der Urin trüb, könnte dies ein Hinweis auf überschüssig zugeführte Mineralien im Futter sein. Nach einer Verfütterung von Löwenzahn oder Rote Beete kann sich der Urin orange bis hin zu rötlich verfärben. Blutiger Urin ist meist ein Anzeichen einer möglichen Nieren- oder Blasenentzündung und sollte umgehend vom Tierarzt untersucht werden.

 

 

 

Vergiftungen/Intoxikation

Eine Vergiftung kommt bei Meerschweinchen zwar relativ selte vor, aber dennoch sollte man über mögliche Anzeichen informiert sein. Dies können unter anderem Fressunlust, Apathie, struppiges Fell oder Bauchschmerzen (geäussert durch einen gekrümmten Rücken) sein. Gründe einer Vergiftung können verdorbenes Grünfutter, Pestizide, Düngemittel, Lackaufnahme während dem Käfigknabbern oder die Aufnahme giftiger Pflanzen sein (siehe Kategorie "Giftpflanzen"). Bei Verdacht einer Intoxikation muss umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden denn nur er kann eurem Schweinchen in so einem Fall helfen!!

 

 

 

Verstopfung/Obstipation

Mögliche Anzeichen können Auflagerungen von Darmschleim auf dem Kot, unregelmässiger und ungenügender Kotabsatz, starkes Pressen, manchmal verstärkte Darmgeräusche, Abmagerung, kleinere trockenere und deformierte Köttel, Fressunlust, Aufgasungen im Magen und Darm und Trägheit sein. Ursachen sind meist Lebererkrankungen, Übergewicht, Bewegungsmangel, Zahnerkrankungen, Mangel an Heu, Verfütterung von zu viel Kraftfutter (2 EL Kraftfutter pro Tier/Tag sind ausreichend) oder Flüssigkeitsmangel. Sollte euer Meerschweinchen eine Verstopfung haben, muss umgehend ein TA aufgesucht werden da diese schnell zu einem Darmverschluss führen kann der für das Tier oft tödlich enden kann.

 

 

 

Würmer

Bandwürmer, Spulwürmer oder Saugwürmer treten bei Meerschweinchen die im Haus gehalten werden relativ selten auf. Solltet ihr jedoch Würmer im Kot eines Tieres feststellen, solltet ihr umgehend einen Tierarzt aufsuchen, denn ein Wurmbefall kann zu Erkrankungen wie Durchfall, Abmagerung oder Blutarmut führen. Bei Tieren die im Freien gehalten werden können Würmer dagegen häufiger vorkommen. Auf den Menschen sind sie nicht übertragbar.

 

 

 

Zysten

Eine Zyste ist durch ein Häutchen abgeschlossener Gewebehohlraum, der aus mehreren Kammern bestehen kann und einen flüssigen Inhalt besitzt. Eine Zyste kann verschiedene Ursachen haben und ihr Gewebswasser und die Flüssigkeit in ihr Eiter oder Blut sein. Eierstockzysten wurden oft bei allein gehaltenen Meerschweinchen beobachtet. Sie werden meist erst bemerkt wenn sie angefangen haben sich zu vergrößern und dadurch in der Flankenregion tastbar sind (können die Größe eines Tennisballes erreichen!!). Sie können auf beiden Seiten aber auch nur einseitig vorhanden sein und fühlen sich entweder uneben oder glattwandig an. Zysten können auch platzen und dies kann unter Umständen auch zum Tod des Tieres führen. Zu den klassischen Symptomen zählt ein symmetrischer Haarausfall in der Flankengegend und an den Bauchseiten aber auch Dauerbrunst, Störungen der Nahrungsaufnahme und der Verdauung, entzündete Harnwege, gesteigerte Aktivität und starke Schmerzempfindlichkeit in der betroffenen Region können ein mögliches Anzeichen sein. Ein rascher Tierarztbesuch ist unumgänglich.

 

 

 

Zahnfehlstellungen

Anders als bei uns Menschen wachsen Meerschweinchenzähne wegen ihrer offenen Wurzeln ununterbrochen weiter und müssen deshalb ständig abgenutzt werden. Es gibt mehrere Ursachen vorhandener Fehlstellungen und somit auch eine Reihe von Begleiterkrankungen die sie nach sich ziehen können. Meist sind solche Zahnprobleme Folgen einer falschen Fütterung oder genetischen Ursprungs. Bemerkt ihr bei eurem Schweinchen eine vermehrte Speichelbildung, ungleichmässig abgenutzte Vorderzähne, Schwierigkeiten bei der Futteraufnahme mit schmatzenden Geräuschen, bevorzugt es weiches Futter und lehnt das Heu ab, dann könnten dies mögliche Zeichen von Zahnfehlstellungen, Zahnbrücken oder Zahnspitzen sein. Ein sofortiger Besuch beim Tierarzt ist äusserst wichtig da die Darmtätigkeit des Schweinchens nicht zum erliegen kommen darf!!

 

 

 

 

Inspirationsquellen:

The Golden Nuggets

Wikipedia